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Bemessungsobjekte

Zweck

Im Massivbau werden Berechnungsmodelle verwendet, die aus einer Kombination von Stab- und Flächenelementen oder seltener, Volumenelementen aufgebaut sind. Diese Modelle erlauben z.B. die Abbildung von Bauzuständen und liefern ein detailliertes Bild der Beanspruchung des Tragwerkes. Sie können jedoch nicht direkt für Stahl- bzw. Spannbetonnachweise benutzt werden. Die Ursache hierfür liegt darin, dass die Nachweise in aller Regel querschnittsbezogen sind. Zum Beispiel müssten für die Nachweise im Grenzzustand der Tragfähigkeit mehrere Elemente bezüglich ihrer Geometrie und Spannungen zu einer Einheit zusammengefasst werden. Dies ermöglichen die sogenannten „Bemessungsobjekte".

Definition

Ein Bemessungsobjekt ist ein lineares Element mit einem Anfangs- und Endpunkt. Die Verbindung zwischen Anfangs- und Endpunkt bildet die Elementachse und gleichzeitig die lokale x-Achse. Die lokale z-Achse stimmt normalerweise mit der globalen z-Achse überein, kann aber auch mit einem Drehwinkel anderweitig festgelegt werden. Längs der Elementachse können an beliebiger Stelle Querschnitte definiert werden. Die Querschnitte stehen senkrecht zur Achse. Am Ort eines jeden Querschnittes werden vom FE-Programm die Spannungen und Schnittgrößen der Elemente integriert, die in dem umschließenden Rechteck des Querschnitts liegen. Für die Orientierung der Schnittgrößen ist das Koordinatensystem des Bemessungsobjektes maßgebend.

Bemessungsobjekt
Bemessungsobjekt

Umschließendes Rechteck
Umschließendes Rechteck

Beispiel

Die folgende Abbildung zeigt den Querschnitt einer einfachen 2-feldrigen Brücke, aufgebaut mit Fertigteilen und nachträglich aufgebrachter Ortbetonplatte.

Brückenquerschnitt

Ein mögliches Tragwerksmodell zeigt die nächste Abbildung. Die Fertigteile werden durch Stabelemente und die Fahrbahnplatte durch exzentrisch gekoppelte Faltwerkselemente modelliert.

Tragwerksmodell

Dieses System liefert die Schnittgrößen in den Fertigteilen und der Ortbetonplatte. Es sollen nun die Schnittgrößen zur Bemessung des mittleren Verbundträgers ermittelt werden. Im diesem Bereich wird dazu ein Bemessungsobjekt definiert.

Tragwerksmodell mit Bemessungsobjekt

Die folgenden Abbildungen zeigen einige Schnittgrößen im Bereich des mittleren Trägers.

bo03.gif (2374 Byte)
nx in den Faltwerkselementen über dem mittleren Träger [kN/m]

bo04.gif (2491 Byte)
My in den Stabelementen des mittleren Trägers [kNm]

bo05.gif (2870 Byte)
My in den Bemessungsobjekten [kNm]

 

Eingabe

Die Eingabefunktion wird aus dem FEM-Menü (’Bemessungsobjekte’) gestartet. Nach der Festlegung von Anfangs- und Endpunkt erscheint folgendes Dialogfeld zur Eingabe der zusätzlichen Objekteigenschaften. Der Drehwinkel bedeutet eine zusätzliche Verdrehung des Objektes um seine Längsachse gegenüber der Standardausrichtung. In der Standardausrichtung verläuft die lokale y-Achse parallel zur globalen XY-Ebene.

bo06.gif (6291 Byte)

Bearbeitung

Zur Bearbeitung wird ein Bemessungsobjekt markiert und über das Kontextmenü das folgende Dialogfeld gestartet.

bo08.gif (1826 Byte)

Die Lage der Querschnitte wird mit dem Einfügepunkt, beschrieben durch xi (0 bis 1), y, z sowie einer optionalen anschließenden Drehung um die Objektachse festgelegt. Eine graphische Funktion zur Manipulation der Querschnittslage ist über ’FEM.Bemessungsobjekte.Querschnitt bewegen’ erreichbar.

Integration

Bei der Integration der Schnittgrößen bzw. Spannungen an dem Ort eines Querschnitts werden folgende Elemente berücksichtigt:

  1. Stäbe deren Achse innerhalb des umschließenden Rechtecks des Querschnitts liegen
  2. Flächenelemente deren Schnittlinie mit der Querschnittsebene komplett innerhalb des umschließenden Rechtecks des Querschnitts liegen
  3. Volumenelemente deren Schnittfläche mit der Querschnittsebene komplett innerhalb des umschließenden Rechtecks des Querschnitts liegen

bo09.gif (14719 Byte)

Behandlung der Flächen- und Volumenelemente bei der Integration. Die Elemente Fn und Vn bleiben unberücksichtigt.

Entwicklungsstand

Gegenwärtig können für die Bemessungsobjekte die Schnittgrößenermittlung, die Kombinationen und alle Stahlbeton- und Spannbetonnachweise geführt werden.
Für einen Verbundquerschnitt, der aus mehreren Teilquerschnitten mit unterschiedlichem Material, z.B. auch Baustahl besteht, können die Schnittgrößenermittlung, die Kombinationen sowie eine Einzelbemessung durchgeführt werden.