Verbundbau

Verbundtragwerke, z.B. Fertigteilträger mit Ortbetonergänzung,
werden in der Regel durch die Abbildung von Stab- und
Flächenelementen mit unterschiedlichen Eigenschaften modelliert. Im
Zusammenhang mit den Bauzuständen können so auch die auftretenden
Kriechumlagerungen leicht berechnet werden. Bei der Interpretation
und Weiterverarbeitung der Ergebnisse besteht das Problem, dass
Reaktionen getrennt für die Stab- und Flächenelemente ermittelt
werden.
Mit den sog. Bemessungsobjekten können die Reaktionen beliebiger
Bauteile an definierten Schnitten zu
'Gesamtquerschnittsgrößen' aufintegriert werden. Diese sind z.B. für
die querschnittsbezogenen Nachweise erforderlich.
Die beschriebene Vorgehensweise wird an einem kleinen Beispiel
nachfolgend erläutert:
Vorgespannter Fertigteilträger mit Ortbetonergänzung
Die Abbildung zeigt den Querschnitt einer
einfachen 1-feldrigen Brücke, aufgebaut mit Fertigteilen und
nachträglich aufgebrachter Ortbetonplatte.

Ein mögliches Tragwerksmodell zeigt die nächste Abbildung. Die
Fertigteile werden durch Stabelemente und die Fahrbahnplatte durch
exzentrisch gekoppelte Faltwerkselemente modelliert.

Dieses System liefert die Schnittgrößen in den Fertigteilen und der
Ortbetonplatte.
Im ersten Bauzustand existieren lediglich die vorgespannten
Fertigteilträger (Stabelemente). Diese tragen ihr Eigengewicht sowie
den Frischbeton der Ortbetonplatte. Nach 50 Tagen Kriechen &
Schwinden stellen sich die abgebildeten Schnittgrößen ein.
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| Biegemoment My |
Normalkraft Nx |
Im 2. Bauzustand wird die Ortbetonplatte aktiviert. Diese ist
zunächst spannungsfrei. Erst durch die Umlagerungen aus Kriechen und
Schwinden werden auch hier Reaktionen eingetragen:
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Normalkräfte in
der Platte aus K&S |
Auf diese Weise können beliebige Kriechabschnitte
unterschiedlicher Bauteile untersucht werden.
Weitere Lasten wirken auf das Gesamtsystem und führen zu
Reaktionen im Fertigteilträger und der Platte.
Für die Nachweise des Verbundträgers sind nun jedoch
Schnittgrößen an einem 'Gesamtquerschnitt' aus dem Fertigteilträger
und der Platte erforderlich. Dazu wird ein Bemessungsobjekt
definiert. Mit dessen Hilfe werden die Spannungen des Trägers und
der Platte zu Schnittgrößen aufintegriert und für die Nachweise
normgemäß kombiniert.

Der Verlauf der 'Gesamtschnittgrößen' wird am Bemessungsobjekt
aufgetragen:

Biegemoment My |

Normalkraft Nx |

Querkraft Qz |
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