Anwendertipps

Auf dieser Seite werden Tipps im Umgang mit dem Programmsystem InfoCAD gegeben und häufig gestellte Fragen beantwortet.

Lastgruppen für nichtlineare Berechnungen erzeugen

Für nichtlineare Berechnungen (z.B. Th. 2. Ordnung) müssen aus vorhandenen Lastfällen vollständige Lastgruppen gebildet werden. Dies kann automatisch erfolgen:

Klicken Sie im Kombinationsdialog auf die Funktion 'Kombinationen...'.

Es wird eine Liste mit allen aus der  Kombinationsbeschreibung entstehenden Varianten angezeigt.

In dieser Liste können Sie die gewünschten Kombinationen markieren und zu Lastgruppen zusammenstellen lassen.

Um z.B. eine Lastgruppe zu erstellen, die bei der linearen Berechnung die extremale Stützenkraft ergeben hat, schalten Sie das entsprechende Ergebnis, z.B. min Nx, ein.
Jetzt rufen Sie an der betreffenden Stütze die Kontextfunktion 'Kombinationsinfo' auf.

Klicken Sie mit der rechten Maustaste in das Anzeigefenster. Jetzt können Sie aus der dort ermittelten Lastzusammenstellung direkt eine Lastgruppe erzeugen lassen.

Knoten oder Elemente nach einer Fehlermeldung identifizieren

Treten während einer Berechnung Fehlermeldungen in der Ausgabeleiste auf, so können die dort genannten Objekte (Knoten, Elemente, Lasten etc.) leicht durch einen 'Doppelklick' auf die entsprechende Meldung identifiziert werden. In der Graphikoberfläche wird das betreffende Objekt markiert und der Bildausschnitt darauf zentriert.

Erläuterung zur InfoCAD-Querkraftbemessung nach DIN

Das in DIN 1045-1 und DIN Fachbericht 102 aufgenommene Bemessungsverfahren basiert lt. Zilch / Rogge (2002, S. 333f) auf einem Fachwerkmodell mit veränderlicher Druckstrebenneigung Theta. Dabei wird abweichend vom Konzept des EC 2 der Mindest-Druckstrebenwinkel beanspruchungsabhängig festgelegt:

≤ 3,0 für Normalbeton gem. DIN 1045-1 Gl. (73)
≤ 2,0 für Leichtbeton gem. DIN 1045-1 Gl. (73)
≤ 7/4 gem. DIN-FB 102 (vgl. ARS 11/2003 (11) und Ril. 804.4201(10))

Das Programm schlägt im Querschnittsdialog für cot Theta den Wert 1 vor (45° Druckstrebenneigung). Davon abweichend kann der Anwender einen Wert zwischen 0,58 und 3,0 (DIN 1045-1) bzw. 0,58 und 7/4 (DIN-FB 102) frei wählen.

In der Berechnung wird der Wert für cot Theta auf den zulässigen Bereich begrenzt. Die dann tatsächlich wirksame Druckstrebenneigung wird für jeden Nachweisort im ausführlichen Protokoll ausgegeben.

So wird bei einer Eingabe von 3 beispielsweise immer mit der kleinsten zulässigen Druckstrebenneigung gerechnet. Daraus folgt die minimale Querkraftbewehrung Asw, allerdings ebenso die geringste aufnehmbare Querkraft VRd,max.

Die freie Wahl von cot Theta bietet dem Anwender somit größtmögliche Flexibilität und ist nicht zu verwechseln mit der vereinfachten Methode nach DIN 1045-1, Abschnitt 10.3.4 (5).

Literatur

Allgemeines Rundschreiben Straßenbau des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
Nr. 8/2003 – Nr. 14/2003 vom 7. März 2003.
Verkehrsblatt-Verlag, Dortmund 2003.

DIN 1045-1, Juli 2001
Tragwerke aus Beton, Stahlbeton und Spannbeton Teil 1: Bemessung und Konstruktion.
Ref.-Nr. DIN 1045-1:2001-07.
Beuth Verlag GmbH, Berlin 2001

DIN 1045-1, Juli 2002
Berichtigungen zu DIN 1045-1:2001-07.
Ref.-Nr. DIN 1045-1 Ber 1:2002-07.
Beuth Verlag GmbH, Berlin 2002.

DIN Fachbericht 102, Betonbrücken Herausgeber: DIN Deutsches Institut für Normung e.V.
2. Auflage. Beuth Verlag GmbH, Berlin 2003.

Zilch, K.; Rogge, A.
Bemessung der Stahlbeton- und Spannbetonbauteile nach DIN 1045-1.
Beton-Kalender 2002, Bd. 1, S. 217-359.
Ernst & Sohn Verlag, Berlin 2002.

Beteiligte Lastfälle und deren Wichtung für ein Kombinationsergebnis ermitteln

Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das gewünschte Element. Im Kontextmenü erscheint die Option 'Kombinationsinfo'. Damit erhalten Sie für das aktuell eingeschaltete Kombinationsergebnis die beteiligten Lastfälle mit Ihrer jeweiligen Wichtung aufgelistet.
Die Funktion ist nur verfügbar, wenn die Ergebnisdarstellung einer Kombination aktiviert ist.

Die Kombinationsinfo ist für Knotendeformationen, Schnittgrößen und Bodenpressungen aller Überlagerungen (Lastfallkombination, DIN 18800, DIN-Fachbericht etc.) verfügbar.

Aus diesem Lastkollektiv kann automatisch eine Lastgruppe, z.B. für nichtlineare Berechnungen, erstellt werden. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste in das Anzeigefenster.

Druckliste für die Ergebnisausgabe erstellen

In die Druckliste können Druckaufträge abgelegt werden. Diese können sowohl beliebige Systemansichten z.B. mit Ergebnisdarstellungen als auch tabellarische Systemdaten enthalten.

Da in der Druckliste lediglich Verweise auf die gewünschten Ansichten und Tabellen enthalten sind, werden auch nach Systemänderungen stets aktuelle Ausdrucke produziert.

Bildschirminhalte ins Protokoll oder andere Programme übernehmen

Der Inhalt des Darstellungsbereiches kann in die Zwischenablage kopiert und in eine Protokolldatei oder in andere Programme eingefügt werden. Dazu ziehen Sie bei niedergehaltener 'ALT'-Taste mit der linken Maustaste ein Fenster auf. Mit dem Befehl Kopieren (bzw. 'Strg +C') wird dann der Bildausschnitt in die Zwischenablage gespeichert. Dieser Ausschnitt kann nun an eine beliebige Stelle eines Berechnungsprotokolls eingefügt ('Strg+V') werden. Der Inhalt läßt sich in alle Programme übertragen, die das WMF-Austauschformat unterstützen (i.d. Regel alle Windows-Programme).

Ausgabe ausgewählter Datensätze auf dem Drucker

Alle in der Datenbasis markierten Datensätze können direkt auf dem Drucker ausgegeben werden. Bei Markierung eines geschlossenen Astes gilt die Markierung für alle zu diesem Ast gehörenden Datensätze. Eine Vorausschau der Druckseite(n) kann in der Seitenansicht vorgenommen werden.

Tabelleninhalte exportieren bzw. importieren

Die Tabelleninhalte können per Zwischenablage in andere Programme (z.B. Tabellenkalkulation) übernommen werden. Dazu markieren Sie die gewünschten Zeilen und kopieren diese mit "Strg+C" in die Zwischenablage. Der Inhalt kann nun an beliebiger Stelle eingefügt ('Strg+V') werden. Beim Einfügen in Tabellen ist zu beachten, daß die Spaltenanzahlen der Tabellen übereinstimmen.

Objektgruppen markieren

Mit dem Befehl 'Gruppe markieren' können sehr leicht Auswahlen über gewünschte Objekte getroffen werden.

Diese Art der Auswahl steht auch innerhalb der Befehle neben z.B.

zur Verfügung.

Nachweise für eine Elementauswahl durchführen

Nachweise und Berechnungen können bei Bedarf für einzelne Elemente oder Elementgruppen (z.B. für einen Querschnittstyp) durchgeführt werden. Dazu müssen lediglich die betroffenen Elemente oder Elementgruppen markiert werden. Das Berechnungsmenü bietet dann die Option 'Markierte Elemente' an. Die dort gewählte Berechnung wird nur für diese Elemente durchgeführt.